A l a s k a - R e i s e b e r i c h t e


Sie waren auch in Alaska/Canada? - Haben dort einen tollen Urlaub verbracht?
Falls sie eine/n Routenbeschreibung/Reisebericht haben - würde wir uns
freuen 'ihn' auf diesen Seiten zu veröffentlichen! - Interesse?
Dann schicken sie uns eine eMail!




Fahrradtour durch den Yukon und Alaska - Sommer 1999
Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Hecking
Copyright Ulrich Hecking
Teil 1  Teil 2  Teil 3  Teil 4  Teil 5  Teil 6  Teil 7
Dunst lag in der Luft, als die Maschine zum Landeanflug auf den Flughafen in Whitehorse ansetzte. Doch es war kein Nebel, es waren keine tief hängenden Schleierwolken - der Rauch der Waldbrände, die wie jeden Sommer die Weiten des Yukon Territory heimsuchten, war für die schlechte Sicht verantwortlich. An Waldbrände hatte ich bei der Vorbereitung der Tour eigentlich kaum einen Gedanken verschwendet. Eher hatten mich Streckenprofil, Witterungsbedingungen, die Entfernung zwischen den Campingplätzen, Gelegenheiten um Essenvorräte und insbesondere Wasser aufzufüllen oder die vorherrschende Windrichtung interessiert.
Selbstverständlich hatte ich mich auch mit dem richtigen Verhalten bei einer Begegnung mit einem Bären auseinander gesetzt. Ich konnte mir nicht vorstellen, vier Wochen oder rund 2.000 km in der Wildnis im Nordwesten Kanadas und Alaskas unterwegs zu sein, ohne dass ein Bär urplötzlich neben der Straße auftauchen sollte. All diese Gedanken gingen mir seit Monaten durch den Kopf und waren nun kurz vor der Landung plötzlich alle wieder präsent. Doch überlagert wurde alles von der Vorfreude auf die kommenden Wochen und das Verlangen, endlich wieder die klare, friedvolle und magische Luft des Nordens zu einzuatmen.

copyright u.hecking
Nach der Landung und dem üblichen hektischen Aufbrechens der meisten Passagiere, ging es durch die kurze und freundliche Passkontrolle. Am einzigen Gepäckförderband wartete ich auf gespannt auf meine Packtaschen und insbesondere darauf, wie mein Fahrrad den sicherlich nicht immer sorgsamen Transport überstanden hatten.
Nun, die Zeit verstrich, immer wieder öffnete sich wenige Meter von mir entfernt eine Tür, durch die die Ausgabe des Sperrgepäcks erfolgte. Dort musste ich also auch mein Fahrrad erwarten. Immer mehr Fluggäste nahmen ihr Gepäck entgegen, eine leichte Nervosität beschlich mich und irgendwann stoppte das Band, ohne dass auch nur eine meiner Taschen angekommen gewesen wäre - vom Fahrrad ganz zu schweigen!
So stand ich nun zornig und ziemlich ratlos am Flughafen in Whitehorse. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch erfuhr ich dann, dass mein gesamtes Gepäck noch in Frankfurt sei und erst am kommenden Tag am späten Abend hier in Whitehorse ankommen würde.
Was macht man nun ohne Zelt, ohne Schlafsack und ohne Kochzeug allein in einer kanadischen Kleinstadt? Nun wenigstens hatte ich mein Handgepäck, bestehend aus Kamera und einem dicken Buch. Zudem erhielt ich am Flughafen ein kleines Täschchen mit Toilettenartikeln.
Einen anderen Radler aus Deutschland - Tobias aus Köln, der mir bereits am Frankfurter Flughafen aufgefallen war - ereilte das selbe Schicksal wie mich, allerdings mit dem großen Vorteil, dass nur sein Rad fehlte; er hatte also wenigstens eine Bleibe für die Nacht.
In meiner Verzweiflung tat es gut, einen Leidensgenossen zu haben. Die Dame am Gepäckschalter, der ich mein Leid geklagt hatte, erklärte sich bereit, uns in die Stadt und zum Zeltplatz mitzunehmen. Auf der Fahrt dorthin klärte ich mit Tobias, ab ich notfalls bei ihm im Zelt schlafen konnte. Und die Flughafenangestellte versprach, mir später Schlafsack und Isomatte am Zeltplatz vorbei zu bringen.

So wurde ich also durch die freundliche und tatkräftige Unterstützung von zwei mir vollkommen fremden Menschen vor einer unangenehmen Nacht unter freiem Himmel oder einer teuren Nacht in irgendeiner Absteige in Whitehorse bewahrt.
W E I T E R





H O M E
__________________HOME__________________
all rights reserved |  copyright 1996-2000 © RnR-Projects | http://www.alaska-info.de | kontakt : webmaster@alaska-info.de