A l a s k a - R e i s e b e r i c h t e


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Fahrradtour durch den Yukon und Alaska - Sommer 1999
Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Hecking
Copyright Ulrich Hecking

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Am Abend saß ich dann nach vier Jahren endlich wieder am Yukon, den ich 1995 mit einem Freund zusammen herunter gepaddelt war. Endlich konnte ich wieder die Ruhe genießen, entspannt und ohne Eile den Fluss und die Zeit an mir vorüberziehen lassen.
Den nächsten Tag verbrachte ich mit einer kleinen Wanderung abseits der Wege zum Miles Canyon, der von einer kleinen Hängebrücke überspannt wird. In diesem Canyon sind vor rund hundert Jahren viele Goldsucher auf ihrem beschwerlichen Weg zum Klondike umgekommen. Seit oberhalb von Whitehorse jedoch ein Stausee gebaut wurde, sind die Stromschnellen des Miles Canyon deutlich entschärft. Auf dem Rückweg ging ich bei der den Staudamm passierenden Fischleiter für die stromaufwärts wandernden Lachse vorbei. Es war aber noch zu früh im Jahr, um Lachse auf ihrer Wanderung zu sehen.
Den Nachmittag verbrachte ich mit dem Einkaufen von Lebensmitteln, die mindestens bis Dawson City reichen sollten. Leider musste ich alles zum Campground schleppen. Lieber hätte ich mein Rad beladen, mit dem ich die Einkäufe bequemer hätte abtransportieren können.
Am Campground traf ich Tobias wieder, dem die Nervosität, ob das Gepäck heute vollständig und unversehrt ankommen würde, ebenso stark anzumerken war wie mir. Wir packten alle vorhandene Gepäck (ich hatte ja nur meine Lenkertasche mit Buch und Kamera sowie die Lebensmitteltüten) zusammen, und ein Mädchen, das beim Campground arbeitete, brachte uns zum Flughafen.

Wie froh war ich, als ich meine Satteltaschen auf dem Gepäckband entdeckte. Jetzt hieß es noch schnell die Reifen aufpumpen, das eingekaufte Essen verpacken, die Trinkflaschen füllen - und los ging's auf dem Weg nach Dawson und weiter nach Alaska!!!
Mit einem Freudenschrei verließen Tobias und ich gegen 23.30 Uhr das Flughafengelände.
Wir hatten trotz der vorgerückten Stunde noch ausreichend licht, auch wenn es auf unserer Nachtfahrt, die um 2.30 am Lake Laberge endete, teilweise doch sehr dämmerig war und ich mich nicht besonders wohl fühlte, wenn wieder einmal einer der Riesenbrummis an uns vorbei raste.
Am Lake Laberge also stellten wir unsere Zelte auf, zogen die Lebensmittel mit Hilfe von Seilen in die Bäume und fielen zufrieden in den Schlaf.

Schon früh am nächsten Morgen trieb mich die Sonne aus dem Zelt. Nach einem kurzen Spaziergang und nach einer äußerst kalten und dürftigen Wäsche am Seeufer frühstückte ich. In den nächsten Wochen gab es nun also nur noch Müsli, Brot mit Nutella und Tee.
Deshalb gönnte ich mir auf der Weiterfahrt auch nach weniger als zwei Kilometern bei Mom's Bakery ein riesiges Muffin mit Heidelbeeren. Die Besitzerin riet uns, in Carmacks und in Stewart Crossing wegen der teilweise alkoholisierten und recht aufdringlichen Bewohner nicht zu zelten.
Ich erinnerte mich auch an eine Geschichte, die mir vor Jahren im Yukon erzählt wurde, dass einem Japaner, der von Mexiko nach Alaska fuhr, in Carmacks das Rad geklaut wurde.
So gestärkt durch das zweite Frühstück lief es hervorragend, zumal fast den ganzen Tag ein leichter, aber beständiger Rückenwind blies. Am dritten Tag dann die einerseits erhoffte, in gewissem Maße aber auch gefürchtete Begegnung mit den ersten Bären.
W E I T E R





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