A l a s k a - R e i s e b e r i c h t e


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Fahrradtour durch den Yukon und Alaska - Sommer 1999
Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Hecking
Copyright Ulrich Hecking

Teil 1  Teil 2  Teil 3  Teil 4  Teil 5  Teil 6  Teil 7
Ich radelte gerade in einer lang gezogenen Rechtskurve und überlegt mir, dass hinter jedem Baum, hinter jeder Kurve ein Bär auftauchen könnte. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gebracht, als sich der Wald auf der rechten Seite etwas lichtete und sich ein See am Straßenrand auftauchte, an dessen gegenüberliegenden Ufer ein großer Schwarzbär entlang streifte.
Urplötzlich ging der Puls deutlich schneller und auch wenn ich mir sicher wahr, dass der Bär mich bislang nicht bemerkt hatte, traute ich mich doch nicht, anzuhalten, um ein Foto zu machen. Zu frisch war die Erinnerung an meinen letzten Schwarzbär, der bei unserer Kanutour auf dem Yukon gegen unser Zelt spaziert war. Nur wenige Kilometer weiter sah ich in der Entfernung ein Wohnmobil und auch Tobias stehen.
Tobias und ich fuhren immer wieder Teile der Strecke gemeinsam, machten teilweise auch zusammen Rast oder verbrachten die Nacht auf den selben Zeltplätzen. Doch am Morgen brach jeder für sich auf; und außerdem war Tobias auch schneller als ich.
Jetzt sah ich ihn also seit dem Morgen erstmals wieder. Augenblicke später querte zwischen ihm und mir ein kleiner Schwarzbär die Straße. Es ist schon ein besonderes Erlebnis und eigenartiges Gefühl einem Bären zu begegnen, ohne von einer schützenden Karosserie umgeben zu sein, auch wenn mich noch 60, 80 oder 100m von ihm trennen.

copyright u.hecking
Nach einer Mittagspause in Carmacks ging es anschließend sehr lange sehr steil bergan bis zum Aussichtspunkt über die Five Finger Rapids. Von hier an ging es weiter über das, was in meinem Radführer als "rolling highway" beschrieben wird: Mehr oder weniger hügeliges Terrain ohne wesentliche Steigungen.
Nach knapp 130 km schlugen wir in Minto Landing, einem aufgelösten staatlichen Campground direkt am Ufer des Yukon gelegen, unser Zelt auf. Erst nach einer halben Stunde Rast war ich allerdings dazu in der Lage. Die lange Fahrt durch die Hitze und eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr brachten mich an den Rand der Dehydrierung. Da meine Wasservorräte verbraucht waren, musste ich auch noch warten, bis das Wasser, das ich aus dem Fluss entnahm, durch das Einwirken von Micropur keimfrei war. Man glaubt es eigentlich nicht: Das Wasser scheint so sauber und klar, man müsste es eigentlich unbedenklich trinken können. Aber im vielen Oberflächengewässern es Yukons und Alaskas befindet sich ein kleiner Erreger (Giardia lamblia), der üble Darminfektionen auslösen kann.

Ein sehr frisches Bad im Yukon und das Abendessen brachte mich dann wieder auf die Beine. Um der Hitze zumindest ein wenig zu entgehen, schwang ich mich am kommenden Tag sehr früh in den Sattel.
Die ersten zwei Stunden ging es fast nur durch Waldbrandgebiet. Im Jahr 1995 hatte hier sogar der Highway geschlossen werden müssen, da beidseits der Straße das Feuer wütete. Heute gibt es hier schon wieder eine reichhaltige Vegetation. Dabei leuchtet das rosa blühende Fireweed zwischen den verkohlten Resten der Fichten noch stärker als es dies ohnehin tut. Heute wollte ich den Moose Creek Campground erreichen. Unterwegs kreuzte ich den Stewart River, in dessen Wasser ich meine Füße kühlte, und wenig später passierte ich die Moose Creek Lodge; dort ist das Telefon bärensicher in 5-6 m Höhe angebracht.
W E I T E R





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